Einfühlsam Zuhören


“Wenn es ein Geheimnis für Erfolg gibt, so ist es dies: den Standpunkt des anderen verstehen und die Dinge mit seinen Augen sehen”
Henry Ford

Kommunikation hat 2 Richtungen: Sprechen und Zuhören. Nur wenn beides in einem Gespräch gegeben ist – wenn beide Seiten sich ausdru?cken und einander zuhören – nur dann können wir uns verstehen. Oft fällt es schwer zuzuhören, besonders dann, wenn ich selbst ganz dringend „etwas los werden“ möchte. Ohne sich gegenseitig wirklich zuzuhören, wird es allerdings schwer, sich zu verstehen.

Was passiert beim Zuhören? Wenn ich jemandem zuhöre, dann gebe ich den Worten des anderen Raum in mir, in meinem Bewusstsein. Das funktioniert nur dann, wenn ich auch Kapazität dafu?r habe – wenn ich mein Eigenes, meine Gedanken und Gefu?hle fu?r eine
bestimmte Zeit zuru?ckstellen kann. Das fällt umso schwerer, je mehr bei mir ausgelöst wird, da ich dann so mit dem beschäftigt bin, was in mir los ist, dass die Worte des anderen verzerrt oder gar nicht bei mir ankommen.

In solch einer Situation empfiehlt Gewaltfreie
Kommunikation: Mich erstmal um mich selbst und
meine Bedu?rfnisse nach Verstehen, Verstandenwerden,
Klarheit und Einfu?hlung zu ku?mmern. Indem ich mich frage: „Was ist wirklich passiert? Was hat wer getan oder gesagt? Wie fu?hle ich mich damit? Welche Bedu?rfnisse hat das, was jemand gesagt oder getan hat, bei mir nicht erfu?llt? Und was hätte ich konkret gerne von wem?“ Wenn ich damit Klarheit habe, dann erlebe ich es so, dass, ich mich schon einmal ein ganzes Stu?ck entspannter fu?hle und es mir viel leichter fällt, meinem Gesprächspartner zuzuhören.

Als mir meine Partnerin den Satz sagt: „Jetzt sitzt Du schon wieder vor deinem Computer. Und ich muss alles allein im Haushalt machen – war das erste, was ich hörte war ein Angriff: So etwas wie „Du bist egoistisch und und faul“ – Hätte ich hier reagiert, dann wäre meine Strategie Verteidigung gewesen: „Jetzt bist du aber unfair, ich habe gestern den Geschirrspu?ler ausgeräumt und …“

Da ich oft genug die Erfahrung gemacht habe, dass meine Verteidigungsstrategie mir nicht das bringt, was ich wirklich möchte – nämlich Verbindung – habe ich mich erstmal mit meinen Gefu?hlen und Bedu?rfnissen verbunden – und gespu?rt, dass ich traurig bin, weil ich darin gesehen werden möchte, dass ich mit meiner Arbeit einen Beitrag fu?r unsere Familie leiste. Und dass ich perplex und u?berrascht bin und gerne verstehen möchte, was bei meiner
Partnerin los ist – welche Gefu?hle und Bedu?rfnisse in ihr lebendig sind.

An diesem Punkt setzt fu?r mich eine Wendung ein: Mir wird bewusst, dass auch der andere Bedu?rfnisse hat – genauso wie ich. Und ich möchte wissen, welche Bedu?rfnisse nicht erfu?llt sind. Und was wir/ich tun können.

Dann erst bin ich bereit, empathisch zuzuhören – und kann versuchen, mich in das einzufu?hlen, was in der anderen Person lebendig ist. – Was könnte sie fu?hlen? – Was könnten die unerfu?llten Bedu?rfnisse sein? – Welche konkrete Handlung könnte ihre Bedu?rfnisse
erfu?llen?

Und ich kann fragen, ob ich mit meiner Vermutung richtig liege, ob ich den anderen richtig verstanden habe: „Bist Du gerade frustriert, weil du
Unterstu?tzung im Haushalt möchtest? Und wenn „JA“: Möchtest Du, dass ich Dir helfe, die Ku?che aufzuräumen?

Empathisch Zuhören hilft:

  • in Verbindung zu kommen
  • Die Gefu?hle und Bedu?rfnisse des anderen zu hören und zu verstehen
  • die Wirklichkeit des anderen anzuerkennen.
  • Lösungen zu finden – denn nur wenn ich weiss, was der andere braucht, können wir eine Lösung finden.
  • Mich selbst zu schu?tzen: Indem ich ich die Bedu?rfnisse höre – anstatt was an mir falsch ist

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